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Wir wollen die Gesichter hinter dem Bildungsstreik vorstellen, zeigen, was jenseits der Berichterstattung der Medien passiert, Aspekte schildern, die der Öffentlichkeit kaum zugänglich sind, kurz: Wir berichten über den Bildungsstreik. Aus persönlichen Perspektiven.

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Bologna Burns - oder: Endlich wieder Großstadt

Nach der Spontanentscheidung, nach Wien zu fahren, bin ich wie üblich erstmal in Panik verfallen. Für Reisen zu packen ist einfach nicht so meins...

Aber schon die Fahrt gestaltete sich recht gemütlich. Standard: Der typische Kuschelkurs der (Ehemaligen-)-Regensburger-Besetzenden. Diesmal allerdings eher in der durch fünf Insassen bedingten Enge des Fahrzeugs begründet...

Trotzdem: Diskussionsrunden finden in der kleinsten Hütte statt. Und in dem Fall eben auch in einem Auto.

Kaum angekommen, haben wir nach einigen Wirrungen(Wien ist soooo groß) doch zur Demo gefunden, nachdem wir unsere ausgesprochen nette und gastfreundliche WG kennengelernt haben.

Die Demo an sich war schon ziemlich geil. Das kommt halt dabei heraus, wenn:

- die anwesenden Regensburger beschließen, dass der Rest der Demospitze eindeutig zu leise ist und es deswegen Parolen zu brüllen gilt.

- man beschließt, dass es viel schöner wäre, die Polizei zu überholen, und das deswegen auch einfach mal tut

- man zur Uni, an der die Demo vorbeiführte, raufgeht, nur, um sich die Demo anzuschauen, und sich dann hundert Leute dem anschließen

- ein spontaner Flashmob (titelte irgendeine hiesige Zeitung - wir Regensburger wollten uns das ganze ja bloß aus der Nähe anschauen) dazu führt, dass fast tausend Menschen auf den Treppen des Parlaments stehen und lautstark "no border - no nation - free education!" fordern

- das ganze einfach grundsätzlich ziemlich viel Spaß macht.

Respekt an die Wiener, die Organisation war super!

Nach offiziellem Ende der Demo teilten sich die Anwesenden in sechs Blockade-Blocks auf - der grüne Block Nr.3 war dabei mit ca. 300 Mitgliedern noch mit Abstand der kleinste. Lustig, dann zu erfahren, dass man natürlich in dem Block gelandet ist, dem die meisten Sanis zugeteilt wurden Nachdem es misslang, die erste Polizeisperre zu überrennen, wurde das ganze stressig. Laufen, laufen, laufen...

Dummerweise war die Polizei samt Sperre meistens schon da. Kein Wunder, bei dem massiven Einsatz u.a. auch von Hubschraubern...

Irgendwann besetzten wir dann eine Kreuzung (entstanden daraus, dass ein Mitglied der Bezugsgruppe "Brüste") sich automatisch vor einen Polizeiwagen stellte, der vorbeifahren wollte) und verursachten dadurch einen Stau, in dem offenbar auch etliche Teilnehmer der Geburtstagsfeier für Bologna festsaßen. Immerhin!

Anschließend haben wir uns noch angeschaut, wie die Wiener so besetzen. Auch gemütlich, aber trotzdem fehlte mir den ganzen Tag doch der große Rest der Bildungsstreikenden aus Regensburg. Ohne euch fehlt was

Letzten Endes bleibt zum Donnerstag, an dessen Ende ich ziemlich fertig und selbstredend heiser ins goffseidank bereitgestellte Bett fiel, noch eins zu sagen: Wer sich mit uns Indiana Jones Teil 13: "Indiana Jones und die österreische Aquarellmalerei... des SCHRECKENS" anschauen will, sollte sich einfach melden. Ihre Werbetranspis sollten manche Wiener Museen vielleicht noch überdenken :D

Heute ist jetzt große Kulturtour angesagt: Museen über Museen und natürlich einen Ausbau des gestrigen Stadtrundgangs aka Demo.

Ich persönliche schlendere jetzt seit drei Stunden durch Wien nach dem Motto "Da drüben siehts auch nett aus!", was im Klartext bedeutet, dass ich in zwei Stunden die nächstliegende U-Bahnstation aufsuche und hoffe, dass ich zu meinem Zielort (Fotoausstellung "Kontroversen" im Hundertwasserhaus) nicht allzu oft umsteigen muss.

Elwinchen am 12.3.10 13:28

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