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Wir wollen die Gesichter hinter dem Bildungsstreik vorstellen, zeigen, was jenseits der Berichterstattung der Medien passiert, Aspekte schildern, die der Öffentlichkeit kaum zugänglich sind, kurz: Wir berichten über den Bildungsstreik. Aus persönlichen Perspektiven.

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Von Kindereien und Schokolade

Es ist ein bischen wie auf dem Schulhof. Mäxchen ärgert den größeren Thomas. Thomas verspicht Mäxchen: Nach der Schule bist du dran. Doch in der ersten und zweiten Pause muss Thomas beobachten, wie Mäxchen immer mehr Freunde um sich schart und ihm schon auffordernd zunickt.

Und Thomas versteht, dass es keine gute Idee war sich darauf einzulassen, bewirft seine Lehrerin mit Kreide um Nachsitzen zu müssen und so dem Kampf zu entgehen.

Zwei Tage fühlten wir uns geradezu ignoriert von der Hochschulleitung. Das war uns nicht ganz unrecht, so konnten wir in aller Ruhe Aktionen  vorbereiten, unsere Kontakte zur Presse wieder verstärken und den H2 wieder in einen bewohnbaren Zustand bringen. Doch die Frage: Wann reagiert die Hochschulleitung? Lag immer wie ein ungeöffnetes Überaschungsei in der Ecke. Immer wieder mit Hunger auf Schokolade und Hoffnung auf eine hübsche Figur beäugt.

Dann gestern die Nachricht: Das Ei ist freigegeben. Strothotte gab sich einmal mehr die Ehre uns einen Brief zu schreiben. Sogar mit einem Ultimatum darin: 21:00

Die Spekulationen ob dies nun eine Asterix-Figur sei oder nur ein kleiner Baussatz, wurde hintangestellt, zuerst galt es die Schokolade anzugehen. Süßer Aktionismus zerschmolz uns förmlich auf der Zunge. Der H2 verwandelte sich in eine Hydra mit ebensovielen Armen um angemessen auf den Brief reagieren zu können. Die Leitungen glühten, sowohl intern wie auch nach außen und das Echo war phantastisch: 

Der H2 füllte sich mit noch mehr Streikenden als bei der letzten Räumung am 23. Dezember 09. Auch durften wir wieder einmal viele Pressevertreter begrüßen. Ein gutes Gefühl, man spielt ungern ohne Schiedsrichter. 

Und so versammelte sich eine große bunte Menschenmenge und unter den Klängen von "Final Countdown" wurde 21 Uhr mit interessierte Ruhe erwartet.

Gesprächsgruppen, Transpimaler (um die Besucher des nebenan stattfindenen Konzerts zu informieren), Spielecken mit "Mensch ärgere dich nicht". Die Stimmung war gut, erinnerte an den Aufbruch im November letzten Jahres. Oder Nostalgisch: Es war wie in der guten alten Zeit.

Und....Nichts geschah. 

Thomas hatte gemerkt wieviele Freunde Mäxchen hatte und war nun zu feige auch nur mit ihm zu reden. 

Hätte nicht die Lehrprüfungsordnung mein Erziehungswissenschaftliches Studium komplet verhindert, wüßte ich vielleicht wie man Thomas aus seiner Schmollecke kriegen könnte. 

Doch so müssen wir warten bis er selbst einsieht, wie lächerlich er sich macht. Doch bzgl. dieses Themas verweise ich auf den Eintrag eins unter mir. Da ist die Haltung gegenüber dem Rektor ja schon schön zusammengefasst. 

Wir werden weiter im H2 bleiben, diese Plattform weiter ausbauen und gemeinschaftlich für unsere Ziele Kämpfen. 

Ein großes DANKE, an alle die da waren, sich solidarisiert haben oder uns anderweitig unterstützt haben. Und eine Einladung für heute Abend im H2, denn evtl. hat Thomas ja noch eine schlechte Angewohnheit vom Schulhof mitgenommen: Nachtreten wenn keiner zusieht.

Jetzt aber erst einmal Kuchen backen für Morgen, der Hochschultag wartet. Wir freuen uns auf alle Schüler

Krümel am 25.2.10 11:27

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Elwinchen (25.2.10 13:53)
Sehr geil!


todesreh (25.2.10 14:07)
überaus guter artikel!!

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